Passend zur interaktiven Ausstellung »MeerErleben« im Deutschen Museum Bonn haben die Physikusse eine Show konzipiert. „Extratrocken – die Wassershow“ wurde anlässlich des Museumsmeilenfestes vom 15. bis 18. Juni mehrfach aufgeführt.


Wasser ist ein unglaublich faszinierendes Medium. Lebensnotwendig, nützlich und wunderschön. Das Publikum erwartet nun in einer Show zum Thema Wasser nasse Experimente mit allerlei Matscherei. Im Sinne der Veranstalter und ihres Inventars verzichten die Physikusse darauf. Eine Wassershow ohne Wasser? Extratrocken eben! Das fordert die Physikusse heraus, physikalische und chemische Zusammenhänge mit anderen Mitteln darzustellen. Die Schüler basteln mit ihren Körpern lebendige Wasseroberflächen. Lustige Lichtteilchen rennen darauf zu und werden reflektiert oder gebrochen. Das Publikum bekommt ein sehr eindrückliches Bild der zugrundeliegenden Physik – vielleicht eindrücklicher, als es in Anwesenheit von Wasser jemals sein könnte. Physikalische Größen wie Frequenz, Amplitude und Wellenlänge werden anschaulich und einprägsam verkörpert. Konvektion, Wärmeleitung und Wärmestrahlung bringen einen Schneemann zum Schmelzen, der daraufhin eine atemberaubende Verwandlung hinlegt.


Die Physikusse vermitteln in ihrer mitreißenden Show didaktisch geschickt Fakten rund um das nasse Element. Eine große Herausforderung war es, sowohl kleine Kinder, wie auch Erwachsene und Fachpublikum gleichermaßen zu fesseln. Die jüngsten waren natürlich begeistert von den witzigen Szenen, in denen sich die Physikusse als Wellenteilchen herumschubsten oder von Wasserteilchen umzingelte Salze hilflos mit den Armen wedelten.


Das erwachsene Publikum hatte so einige Aha-Erlebnisse. Vieles war aus der Schule bekannt, aber die Physikusse haben verschollen geglaubtes Wissen hervorgezaubert und mit neuen Eselsbrücken verknüpft. So vergisst niemand mehr, wie zum Beispiel Wassermoleküle ausgebaut sind. Sogar das Fachpublikum staunte, wie man komplizierte Zusammenhänge anschaulich darstellen kann.



Premiere der Wassershow „Extratrocken“ beim Museumsmeilenfest im Deutschen Museum Bonn

Die Show „Extratrocken“ wurde mit finanzieller Unterstützung

durch die Deutsche Physikalische Gesellschaft realisiert.

Beim 8. MINT Schülerkongress in Kassel
„Um keine physikalische Hürde gedrückt“


Im Schülerforschungszentrum Nordhessen der Universität Kassel (SFN) arbeiten Schüler über das ganze Jahr hinweg selbstständig an ihren Forschungsprojekten. Ihnen stehen dabei traumhaft ausgestattete Werkstätten und Labore zur Verfügung. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden am Ende eines jeden Schuljahres auf einem Kongress präsentiert. Der 8. MINT Schülerkongress des Schülerforschungszentrums und der Albert-Schweitzer-Schule fand vom 20. - 22. Juni 2017 unter dem Motto „Von der Erde bis zu den Sternen“ statt.


Die Physikusse präsentierten ihre Wassershow „Extratrocken“ als Höhepunkt während der Abschlussveranstaltung. Dafür wurden sie eigens eingeflogen und vom engagierten Organisationsteam des Kongresses rund um Herrn KP Haupt herzlich betreut. Die Show der Physikusse fiel insbesondere dadurch positiv auf, dass Experimente fehlten und die Show nicht nur aus Knall und Comedy bestand, wie wir es aus dem Fernsehen ja mittlerweile gewohnt sind. Physikusse schaffen es, komplizierte Zusammenhänge didaktisch zu reduzieren, dennoch ein hohes fachliches Niveau zu halten und dazu noch charmant und unterhaltsam zu präsentieren. „Es ist bewundernswert, dass die Physikusse sich um keine physikalische Hürde herumgedrückt haben! Es war die goldrichtige Entscheidung, diese Gruppe für den Kongress zu verpflichten.“ lobte Herr Haupt die Schüler.




Physikusse bilden Physiklehrer fort

An die 30 Physiklehrer trafen sich im Oktober 2017 im Physikzentrum Bad Honnef zum Thema „Physikshows und Freihandexperimente“. Physikshows werden immer beliebter um sowohl Schüler, wie auch ein breites Publikum für Naturwissenschaften und insbesondere Physik zu begeistern - ob auf kleinen oder großen Bühnen oder im nationalen oder internationalen Fernsehen, von den Physikanten bis zu den MythBusters. Gezeigt werden gigantische Explosionen, ganze Gebäude werden unter Wasser gesetzt und Eisblöcke haben die Größe von Hochhäusern. Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, als würde es darum gehen, alles immer größer und immer lauter und superlativer zu machen. Können wir so wirklich Menschen für Physik begeistern? Warum sind denn alle immer so enttäuscht vom Physikunterricht? Weil es dort nicht so superlativ zugeht? Zur Physik gehört eben mehr, als nur Knall und Feuer. Man betuppt sein Publikum wenn man suggeriert, dass Physik-Unterricht wie eine Physik-Show und eine Physik-Show wie Physikunterricht ist. Zur Physik gehört die Begeisterung für die Zusammenhänge, der Spaß an der Mathematik dahinter, der Umgang mit Formeln und ja, auch das Experimentieren. Die Physikusse zeigen im Rahmen der Fortbildung, dass man sich auch trauen darf, eine Physik-Show gänzlich ohne Experimente zu machen - und dass diese deshalb nicht weniger lustig und unterhaltsam ist. Wir stellen Moleküle, physikalische Größen und Zusammenhänge mit Verkleidungen, tollen Bildern und viel Bewegung dar. Dem Publikum bleiben diverse Eselsbrücken sicherlich im Gedächtnis. Souveräne Schüler, die mit leuchtenden Augen zeigen, dass Physik auch ohne Experimente Spaß macht, runden die gelungene Show ab.